Vintage hier, vintage da, vintage ist eigentlich grad überall: als Möbel, als Geschirr und selbstverständlich auch als Brautkleid Haarschmuck, Location und Deko für die Hochzeit. Mittlerweile hat man fast das Gefühl es geht nichts mehr ohne vintage- aber was ist das eigentlich? Und: brauchst du das wirklich? Wenn ich so durch die Geschäfte streife oder auch Hochzeitsblogs lese, dann habe ich das Gefühl, dass irgendwie alles als vintage bezeichnet wird, was alt aussieht. Spitzenvorhänge, Kristallgläser die einen Schliff haben wie um 1900, Omas Broschen und Opas Ellenbogenschoner am Jacket. Dabei sind die meisten Produkte gar nicht aus Uromas Zeiten, sondern genauso industriell hergestellt wie all der andere Kram, den man so kaufen kann. Er sieht halt einfach alt aus. Vor allem in der Hochzeitsbranche ist der Stil seit einiger Zeit hoch beliebt. Vermutlich, weil man mit dem Schließen einer Ehe auch einer alten Tradition folgt und alle möglichen Riten begangen werden, um das Liebesglück des Paares zu besiegeln. Mit Vintage ist beim Look der Hochzeit aber nicht unbedingt nur „alt hergebracht“ gemeint. Alt sind schließlich auch die 80er Jahre. Nein, man orientiert sich am liebsten an der Kunstepoche um 1900-1910, dem sogenannten Jugendstil. Auch wenn die Damen der damaligen Zeit noch sehr bieder geschnürt im Korsett und klassisch gestecktem Haar unter einem Hut zu sehen waren, so gab es doch in der Malerei eine Wendung: Frauen wurden sexualisiert dargestellt, als tanzende Nymphen in weich fließenden Kleidern, die viel Haut zeigten. Langes, offenes, welliges und gern auch wehendes Haar, lange schmale Hände, sehr schlanke Körper ohne zu starke Rundungen- so ähnlich wie unser Frauenbild aus der heutigen Werbung auch bekannt ist. Der Jugendstil ist auch bekannt als Zeit des Symbolismus: Blumen, Ranken, Symbole jeglicher Art findet man zu Haufe in den Gemälden, Skulpturen, in Innenarchitektur und der Literatur dieser Zeit. Kein Wunder also, dass die Bräute darauf abfahren- wer eine emotionsgeladene Hochzeit wünscht, findet hier genügend Anregungen. Schau doch mal in die Kleiderkataloge! Weich fließende Kleider, unaufgeregt und figurbetont, florale Spitze so weit das Auge reicht. Dazu eine Frisur, die einem Blumenmädchen gleich kommt: Offene Wellen, manchmal sogar mit Flechtelementen. Häufig aber auch ein tiefer Knoten, selbstverständlich eher „undone“ zusammengesteckt mit möglichst viel Volumen, lockigem Haar und so viel heraushängendem Strähnen wie irgendwie geht. Ganz wie in einem Gemälde. Die Vintage-Braut von heute will sehr jung und sehr zart aussehen. Am liebsten eben wie ein Blumenmädchen, auch wenn sie schon 30 ist. Auch das Make up richtet sich danach: es soll ungeschminkt aussehen, auf jeden Fall aber sehr zart, rosig, frisch. Vintage lässt eigentlich auch kaum Glitzer zu. Der ganze Look ist eher matt, unaufgeregt, detailverliebt ohne zu funkeln. Die Braut an sich tritt n den Vordergrund und lädt den Betrachter erst nach dem Blick in die Augen ein, die Brosche der Oma oder die elegante Spitze zu bewundern. Warum erzähle ich den ganzen historischen Quatsch eigentlich? Nun, zum einen weil wir diesen Stil ebenso lieben wie die meisten anderen auch, man kann sich dem schwer entziehen, wenn man romantisch veranlagt ist. Es ist einfach auch schön zu wissen wo Styling entspringt- es hilft vielleicht auch um passende Location, Schmuck, Blumen und Papeterie zu finden. Zum anderen aber auch, um den Bräuten zu sagen: wenn du im normalen Alltag nicht die wiesenspringende, Blumenkranz flechtende Nymphe bist, dann trau dich ruhig deinem eigenen Stil nachzugehen. Niemand sagt, dass Du so aussehen musst wie alle anderen. Nur weil das Netz voll ist ist davon, musst du nicht automatisch Schleierkraut im Haar haben. Du bist du. Und wir Lookunik Stylisten suchen immer nach deinem wahren Kern. Ist der Vintage: fein! Wenn nicht: auch fein! Heiraten ist eben auch sich ein bisschen besser selbst kennen zu lernen. Lina, unsere Braut auf den Bildern hier, ist sich trotz der Vintagehochzeit treu geblieben: Der rote Lippenstift fügt den für sie notwendigen Glamour einfach hinzu. So wird aus klassischem Vintage auch schnell mal ein Vintage-Glamour mit 40er Touch. Why not? In diesem Sinne: wir freuen uns auf dich! Euer Team Lookunik